Tumbleweed "zerfällt" nach Stromausfall. Snapper und Firefox Profil?

Ich hatte eine Unterbrechung der Elektrizität und nun wird meine tumbleweed-installation von Tag zu Tag unstabiler. Farbspiele beim Aufbau des Home Bildschirms, nach und nach starten Programme nicht mehr nach Klick auf der Leiste, bzw. das offene Fenster wird dupliziert etc.

Ich hatte aber nach Starten eines Snapshots die Meldung: Firefox Profil kann nicht wieder hergestellt werden, neues Profil statt dessen anlegen? Habe ich gemacht, nur ließen sich die Inhalte aus dem alten Profil nicht ins neue kopieren.

Was passiert, wenn ich “snapper rollback” laufen lasse, ist das alte Profil dann nicht mehr zugänglich?

P.S.: Das hier habe ich mit Chrome geschrieben, Firefox will ja ein neues (leeres) Profil machen…

Schon die HDD/SSD auf Fehler gepüft? SMART Daten ausgelesen? BTRFS auf Fehler überprüft? Mit neuem Nutzerprofil getestet? Usw usf…

Liest sich eher wie ein Hardwareproblem aufgrund des Stromausfalls.

Ömm, die älteren Snapshots funktionieren doch. Neues Nutzerprofil auch, aber ich möchte mein altes wiederherstellen, was bisher nicht geht. smartctl sagt “PASSED”.

Dann würden m.E. die snapshots aber nicht laufen. Hier ist das Problem nicht vorhanden.

Gut, spricht für sich! Nur: Ich habe nicht ansatzweise eine Vorstellung, weshalb durch einen Stromausfall das laufende Tumbleweed beeinträchtigt werden sollte. Der Stromausfall entspricht ja in etwa einem cold-reboot durch längeres Drücken der Ein-/Aus-Taste des Computers. Habe ich nun häufiger gemacht, ohne dass anschließend die Installation in irgendeiner Weise beeinträchtigt gewesen wäre.

Ein Stromausfall kann sehr wohl Daten unwiderruflich auf einer HDD/SSD beschädigen wenn diese gerade geschrieben oder verändert werden (nicht die HDD/SSD selbst, aber die Daten). Das würde auch erklären warum deine alten Snapshots noch funktionieren: während des Stromausfalls gab es natürlich keine Schreibzugriffe auf diese alten Daten.
Alle Daten die aktuell in Verwendung/Schreibzustand während des Stromausfalls waren können beschädigt sein. Das würde auch das Phänomen erklären, das dein neues Nutzerprofil fehlerfrei läuft.

Außerdem ist ein Stromausfall kein einfaches “Ausschalten”. Mt einem Stromausfall gehen auf Grund des Fehlers im Versorgungsnetz oft Stromspitzen und Flicker einher die absolut nichts mit einem sauberen Ausschalten zu tun haben. Und diese Spitzen verträgt Computerhardware und Softwareschreibvorgänge nicht immer gut…

Deshalb gibt es ja so etwas wie USVs für Computer…

Richtig ist, dass ein Stromausfall mit Stromspitzen usw. einhergehen kann. Die sollten allerdings von einem guten Sicherungskasten abgefangen werden (Sicherung fliegt raus). Wenn das dann schief geht, sollte spätestens das Netzteil die Stromspitze auffangen, wenn man nicht ohnehin sinnvollerweise den Computer an eine speziell abgesicherte Steckdosenleiste anschließt. Dass Stromspitzen usw. Dateien verändern, insbesondere aber über einen längeren Zeitraum sukzessive das Dateisystem zerfleddern, wäre mir völlig neu. Du könntest ja mal zu den Zusammenhängen näher ausführen.

Richtig ist, dass ein Stromausfall wie auch ein adhoc-Reboot über die Ein-/Austaste dem Betriebssystem oder Dateien schaden können, dann aber nicht schleichend. Wenn unter Windows z. B. genau in dem Moment irgendwelche Registry-Einträge automatisch geschrieben werden und der Schreibvorgang unterbrochen wird, dann kann es Schwierigkeiten mit dem Start des Betriebssystems geben - wofür es allerdings einen Reparaturmodus gibt. Dasselbe mag in Linux passieren, aber dann ist das System sofort korrumpiert - und nicht schleichend über Wochen. Dasselbe dürfte gelten, wenn der Stromausfall mitten während eines Update-Vorgangs eintritt. Ich kann mir das alles als Grund für einen schleichenden Ausfall des Systems jedenfalls nicht erklären.

Gegebenenfalls mal das systemd-Journal überprüft?

Der Stromausfall kam durch Auslösen einer Sicherung, in diesem Fall eines Brandschutzautomaten. Die können Überlast, parallele und serielle Lichtbögen erkennen und den Fehler anzeigen. Hier war es ein serieller Lichtbogen (wie Bruch der Phase oder Funken an den Bürstgen eines Motors), nur dass hier ausschließlich 2 PCs dranhingen. Ich weiß mittlerweile, dass die Dinger (also die Brandschutzautomaten) manchmal spinnen (in meinem Haus in 3 Stromkreisen seufz). Kurz, die Sicherung hat ausgelöst und den Strom unterbrochen.

Wonach sollte ich im systemd-journal suchen – und wie? Ich habe keine wirkliche Erfahrung mit systemd…

Gehe in Yast, dort unter “Verschiedenes - systemd-Journal” klicken und einen (gegebenenfalls etwas längeren) Moment warten. Dann schauen für den Tag des Stromausfalls (Uhrzeit) nach sämtlichen Meldungen und prüfen, ob etwas auffällig ist. Ist eine Sch***-Arbeit.

Danke für den Tipp mit Yast. Blöderweise weiß ich nicht mehr wann das genau war. Ich versuche es trotzdem mal, die Dringlichkeit ist aber raus. Ich mache jeden Tag ein Systemupdate und tumbleweed hat sich tatsächlich wieder gefangen und läuft rund wie eh und je.

Weißt Du eine Antwort auf meine Frage im OP "Was passiert, wenn ich “snapper rollback” laufen lasse, ist das alte Profil {von Thunderbird} dann nicht mehr zugänglich?

Ich weiß leider nicht, ob bei einem Rollback die Profildaten aus Firefox und/oder Thunderbird erhalten bleiben. Eigentlich sollte das so sein, weil ja - weshalb bei zu vielen snapshots die Platte zuläuft - genau genommen ein altes gespeichertes Abbild wieder hergestellt wird. Aber ich nutze kein btrfs und daher auch kein snapper. Allerdings weiß ich nicht, weshalb Du das Profil nicht einfach sicherst und - sofern es bei einem Rollback in Verlust geraten sein sollte - das gesicherte Profil in das Profilverzeichnis hineinkopierst. Das Verzeichnis sollte unter home>Nutzername>.mozilla>firefox zu finden sein. Das Verzeichnis .mozilla ist versteckt. Du musst hierzu die Ansicht versteckter Dateien in Dolphin aktivieren, um das Verzeichnis zu finden. Wo das Verzeichnis für Thunderbird liegt, weiß ich jetzt … mußt Du suchen :wink: !

Ach ja, achte darauf, möglichst regelmäßig die Tumbleweed-Updates durchzuführen. Jedesmal, wenn Du den Rechner startest, sollte das erste ein Update sein. Du kannst das auch über Yast (Software installieren und löschen) machen. Zwar wird allenthalben davor gewarnt, weil allein mit zypper jeweils ein “Distributionsupgrade” durchgeführt wird. Aber erstens ist zypper dup unter OpenSUSE in der Funktion eingeschränkt worden und zweitens machen ich, seitdem ich Tumbleweed nutze, also, seit es Tumbleweed gibt, fast alle Updates über Yast. Nur gelegentlich mache ich solche über zypper dup. Ich habe in den Jahren keine Probleme bei den Updates gehabt, die wenigen Probleme, die ich hatte, hatte ich bei zypper dup. Ich könnte jetzt über die Gründe ausführen, aber das würde den Beitrag sprengen.

Tumbleweed nimmt einen in die Pflicht, ständig zu updaten, es ist halt ein “rolling release”. Wer längere Zeit nicht updatet, läuft Gefahr, dass das System instabil wird. Also: Wer täglich den Rechner startet, soll täglich updaten. Der Rechner sollte mindestens einmal die Woche gestartet und upgedatet werden!

Die Seiten von Firefox und Thunderbird bieten übrigens Hilfe bei der Sicherung der Profile an:
Thunderbird:

Firefox:

Diese Warnung hat durchaus ihre Berechtigung!

Hier einige Gründe, die gegen die Nutzung von YaST sprechen:

  • Die meisten Benutzer nutzen YaST aus ihrer grafischen Umgebung (GNOME, Plasma, …) heraus. Eine Aktualisierung von openSUSE Tumbleweed sollte jedoch stets außerhalb einer grafischen Umgebung durchgeführt werden. Was bei Nichtbeachtung dieser Vorgabe geschehen kann, hat der Wechsel Plasma5/Plasma6 gezeigt.

  • YaST führt bei der Aktualisierung keine Zurückstufungen durch; d.h. es ersetzt installierte Pakete nicht durch solche mit älterem Versionsstand. Das kann im Rahmen einer Aktualisierung bei openSUSE Tumbleweed aber durchaus erforderlich sein.

Weil das nicht geht, wenn man auf einen snapshot zurückfällt (die alten Dateien und Files werden im neuen Profilordner nicht “angenommen”). Daher die Frage, ob “snapper rollback” das Problem behebt.

Ich mache jeden Tag ein update per

sudo zypper --verbose dup --allow-vendor-change --details

Was war das Problem beim Wechsel von Plasma 5 auf 6? Bei mir hat Wayland das ganze Layout zerschossen, so dass ich auf X11 zurückgegangen bin.

Warum ein --allow-vendor-change???

PS:
Wenn das /home nicht auf einem btrfs -Filesystem liegt, gibt es auch keinen Schnappschuss.

Gut, ich bezweifel, dass es keinen Weg gibt, das gesicherte Profil des laufenden Systems in einen alten Snapshot zu kopieren. Das kann nicht sein, ich kann allerdings, da ich - wie ausgeführt - btrfs und damit snapper nicht nutze, dazu nicht weiter ausführen.

Sudo ist schon mal falsch - und die übrigen zypper-Befehle sind auch sinn- und zweckfrei. Aber bitte - mach’ mal! Ich empfehle weiterin Yast!

Weshalb Wayland das ganze Layout zerschossen haben soll, ist auch nicht zu verstehen. Bei mir läuft Wayland, übrigens sogar im Zusammenhang mit einem Optimus-Laptop mit Nvidia, übrigens auch mit einem über den HDMI-Laptop-Anschluss betriebenen 4-K-42’'er-Monitor!

Ohne in Dein System reinzusehen kann man zu alledem nichts sagen.