Problem mit Installation/vorgeschlagener Partitionierung

Hallo an alle,

ich möchte nun endlich auch von Windows auf Linux wechseln und habe schon seit langer Zeit nicht nur mit dem Gedanken gespielt, sondern mich auch darüber umfangreich belesen.
Dennoch sehe ich mich selbst immernoch als blutigen Anfänger im Linux-Universum. Nachdem ich bereits mit Linux Mint (v17.3) als LiveCD rumexperimentiert hatte, wollte ich jetzt gerne gleiches mit OpenSuse machen. Leider gibt es (nach meinem Wissen) keine LiveCD für Leap 42.1 deshalb würde ich es gerne installieren und es ausprobieren. Allerdings hat mich schon der Installationsschritt bei der Partionierung etwas verunsichert. Daher schreibe ich diesen Beitrag.
Damit ihr euch erstmal ein Bild machen könnt:

Zurzeit betreibe ich auf meinem älteren Dell Studio 1555 Notebook Windows 7 Ultimate 64-bit. Die Festplatte ist eine SSD von Samsung mit 500 GB (465 GB real nutzbar). Ich möchte gerne Windows 7 gleichzeit auf dem Notebook behalten bis ich Leap vollends ausprobiert habe. Deshalb strebe ich zurzeit erst einmal eine Dual-Boot-Lösung an. Der Laptop läuft mit BIOS (kein UEFI) und dem alten MBR Schema (4 Partitionen).

Die SSD ist bisher in 3 Partionen unterteilt:

Laufwerk C: Windows 7-OS-Partition mit NTFS formatiert (Größe: 125 GB, Startpartition, Primäre Partition)
Laufwerk D: mit NTFS formatiert und enthält private Dateien - Bilder, Musik, usw. (Größe: 240 GB, Primäre Partition)
Laufwerk E: noch nie mit einem Dateisystem formatiert worden und vollständig leer (Größe: ca. 100 GB, logisches Laufwerk)

Außerdem wurde bei der Installation von Windows 7 diese Windows-typische “100 MB Partition” angelegt, die noch vor Laufwerk C: steht, aber später im Windows unsichtbar ist.

Wie man sehen kann, habe ich gezielt das Laufwerk E: für das Linux-Betriebssystem freigelassen. Darauf sollen dann das Root, Swap und Home Verzeichnis eingerichtet werden bzw. kann/muss das Laufwerk E: nochmal in die gerade genannten Verzeichnisse unterteilt werden.

Das Laufwerk D: möchte ich gern weiterhin als “Archiv-Partition” für meine persönlichen Dateien (Musik usw.) nutzen, auf welches dann sowohl Windows 7 als auch hoffentlich OpenSuse zugreifen können.

Mein Problem ist jetzt der Partitionierungsvorschlag von Leap zu Beginn der Installation. Dieser lautet:

• Partition /dev/sda1 (100.00 MiB) löschen
• Windows-Partition /dev/sda2 (124.90 GiB) löschen. Größe kann aufgrund inkonsistenten Dateisystems nicht geändert werden. Versuchen Sie das Dateisystem unter Windows zu überprüfen.
• Windows-Partition /dev/sda3 (240.76 GiB) löschen. Größe kann aufgrund inkonsistenten Dateisystems nicht geändert werden. Versuchen Sie das Dateisystem unter Windows zu überprüfen.
• Windows-Partition /dev/sda4 (100.00 GiB) löschen.
• Auslagerungs-Volume /dev/sda1 (2.01 GiB) erstellen
• Root-Partition /dev/sda2 (40.00 GiB) mit btrfs erstellen
• Volume /dev/sda3 (423.75 GiB) für /home mit xfs erstellen
• Subvolumen @boot/grub2/i386-pc auf Gerät /dev/sda2 erstellen
• Subvolumen @boot/grub2/x86_64-efi auf Gerät /dev/sda2 erstellen
• Subvolumen…
• …usw.

Ich denke, dass aus meiner obigen Beschreibung über die gewünschte Nutzung des Notebooks ersichtlich wird, dass ich weder das Laufwerk C: (/sda2) noch das Laufwerk D: (/sda3) löschen möchte. Außerdem denke ich, dass es zu Problemen kommen würde, wenn diese “100 MB Partition” (/sda1) von Windows gelöscht wird. Leider ist es auch nicht möglich eine zweite Festplatte einzubauen, denn dafür gibt es in dem Notebook keinen extra Laufwerksschacht. Allerdings wäre es natürlich möglich, dass ich noch weitere (kleinere) Partitionen erstelle, da der Festplattenspeicher auf allen bisherigen Partitionen nicht vollständig ausgereizt ist.

Ich habe mir natürlich bereits das Manual zur Installation und Partitionierung der Festplatte unter Leap 42.1 durchgelesen. Da dieses aber aus nachvollziehbaren Gründen recht allgemein gehalten ist und ich keinen unumkehrbaren Fehler begehen möchte, würde ich gerne eine Empfehlung zu den richtigen Einstellungen von euch wünschen. Eine Schritt-für-Schritt für Anleitung wäre natürlich am hilfreichsten, da mein “Linux-Profi <-> Deutsch” Wörterbuch noch nicht mit der Post kam. :wink:
Ich hoffe es kann mir geholfen werden!
Vielen Dank im Voraus!

Herzlich willkommen im Club !

Das ist ein sehr guter, geradezu vorbildlicher Ansatz!

Um im Installationsprogramm die von Dir angestrebte Partitionierung konfigurieren zu können, musst Du die Option “Experten-Partitionierung” (oder ähnlicher Begriff) auswählen.

Leider wird auch im Expertenmodus zunächst nicht die tatsächliche Partitionierung Deiner Festplatte, sondern noch der obige Partitionierungsvorschlag angezeigt. Um die tatsächliche Partitionierung Deiner Festplatte angezeigt zu bekommen, musst Du die Partitionstabelle der Festplatte neu einlesen. Dazu gibt es einen Befehl auf der Eingabemaske des Expertenmodus.

Wenn Deine obigen Angaben korrekt sind, sollten Dir dann folgende 4 Partitionen angezeigt werden

/dev/sda1 100 MB
/dev/sda2 124.90 GB
/dev/sda3 240.76 GB
/dev/sda4 100 GB

Für keine der Partitionen sollte ein Einhängepunkt (Mount point) festgelegt sein.

Da Du nur noch eine freie Partition zur Verfügung hast, aber drei (für SWAP, / und /home) benötigst und ein MBR-Partitionsschema verwendest (KEIN GPT), musst Du zunächst /dev/sda4 löschen, dann auf dem freigewordenen Platz eine “Extended Partition” anlegen" innerhalb dieser “Extended Partition” kannst Du dann drei “logische Partitionen” anlegen und für die Installation von openSUSE wie folgt nutzen:

/dev/sda5 für SWAP
Größe = etwas größer als Dein Hauptspeicher; damit “suspend to disk” funktionieren kann

/dev/sda6 für /
Größe 20-40 GB
als Dateisystem würde ich Dir ext4 empfehlen

/dev/sda7
Größe = Rest
als Dateisystem würde ich Dir ext4 empfehlen

Was Dein Wunsch “*Das Laufwerk D: möchte ich gern weiterhin als “Archiv-Partition” für meine persönlichen Dateien (Musik usw.) nutzen, *…” anbelangt, so solltest Du beachten, dass die obige Aussage “Größe kann aufgrund inkonsistenten Dateisystems nicht geändert werden.” darauf hin weist, dass diese (NTFS-)Partitionen nicht ohne weiteres in Linux eingebunden werden können. Da ich selbst kein MS Windows benutze, kann ich Dir dazu (und zum Thema “Dual boot mit MS Windows”) nicht weiterhelfen.

Viele Grüße

susejunky

https://doc.opensuse.org/

ReferenceBook, chapter 5
MfG

was ist eine

Windows-typische “100 MB Partition”

eine hidden-“System”-Partition?

ein “Indel”-PXE (Preboot eXecution Environment)?

und oder auch eine BIOS-Hersteller spezifische Option?

Danke

eine “Winows-typische 100 MB Partition”
ist nicht wirklich hidden (wie z.B. eine Rescu&RecoverPartition, bin mir jetzt zwar auch nicht ganz sicher ob diese iBm-Erfindung tatsächlich komplett hidden für ein Linux-OS ist)

man muss unterscheiden zwischen:

  • GPT/BIOS (Legacy) MPT (MasterPartitionTable)
    und - GPT with uEFI (unifiedExtensibleFirmware) wobei eine ESP (EfiSystemPartition) angelegt wird. Dient wohl dem berüchtigten high-speed-boot [von 3sec. bis ca. 10sec.], der secure-boot [incl. x509certifikat] und evtl. der Option “BigBrother (NSA, BND, MS-Gogle und Co. > Space zwecks ablegen von Staatstrojanern und Marketing-SW) is watching you”. :wink:

Grub2 macht (je nach dem, nur bedingt) mit und legt mal ein /boot/grub2-efi Verzeichnis (Dateien, Link, z.B. sofern die HW zwar EFI ist jedoch BIOS-Legacy verwendet wird) an.

das (Indel) PXE ist was anderes und dient dem booten, mittels eines (irgendwo aus der Ferne > also extern und somit ähnlich Wake-on-Lan, ich disable this in BIOS) dahergeholter boot-“straps?”-Dateien". Ist während dem Prompt aufzurufen (Esc, ctrl+Esc oder zugewiesene F-Taste je nach Hersteller) und liegt ca. HW-mässig als SW auf einem ROM/EEPROM (evtl. eben auf dem BIOS-EEPROM).

so ca. :slight_smile: