Ich empfehle Slowroll: Immer aktuell, eben 2-4 Wochen hinter Tumbleweed, aber ohne die ständigen Schmerzen eines Rolling Release.
“Experimentell” ist so eine Sache; wenn eine große Community dahinter steht, ist es auch leichter zu verargumentieren, daß man das nicht einfach still und leise wegsterben lassen kann.
YaST dagegen wird sterben; spätestens, wenn eine neue Ruby-Version mal wieder zu inkompatibel zu sich selber ist. Das machen die gerne; Kompatibilität und vorhandene Anwendungen sind ihnen (Upstream Ruby) nicht so wichtig. Ich halte das für völlig unverantwortlich, aber das ist eben die Ruby-Philosophie.
Bisher war das immer eine Hauruck-Aktion so um Weihnachten herum, wenn das neue Ruby herauskommt. Das YaST-Team ist jetzt mit Agama beschäftigt, und ich sehe nicht, daß sich da jemand anders engagiert. Vor allem bräuchte man dazu sowohl das Ruby-Wissen als auch das YaST-Spezialwissen, welche Komponente wie mit den anderen interagiert. Das ist unrealistisch.
Wenn es also nicht die kommende neue Ruby-Version ist, die YaST in Schutt und Asche legt, dann wird es die nächste oder spätestes die übernächste tun. Das ist keine Frage von “ob”, sondern von “wann”.
Ich kann nur raten, sich mit den neuen Tools auseinanderzusetzen und möglichst anzufreunden: Agama für die Installation, Cockpit für die allgemeine Systemverwaltung, Myrlyn für die Paket- und Repo-Verwaltung. Das wird das meiste abdecken, aber hin und wieder wird man eine Kommandozeile und/oder eine Konfigurationsdatei anfassen müssen.
Aber man sollte auch überlegen, wann, wie oft und warum man das letzte Mal YaST benutzt hat. Pakete installieren, Ein, zwei Community-Repos dazukonfigurieren - OK, macht jetzt Myrlyn. Updates (zypper dup) entweder über das Desktop-Applet oder auch mit Myrlyn.
Drucker - macht ein Desktop-Applet.
Netzwerk - Network-Manager auf dem Desktop.
Bluetooth - das Bluetooth-Applet auf dem Desktop.
Bildschirmauflösung - Desktop-Einstellungen.
Tastaturbelegung ändern - Desktop-Einstellungen.
Sprache / Lokalisierung - Desktop-Einstellungen und Myrlyn “Languages”-Tab.
Neue SSD / Festplatte partitionieren - GParted (schade um den YaST-Partitionierer).
Dem eigenen Benutzerkonto noch eine Gruppe spendieren (Video, DVD) - Cockpit.
Vielleicht gelegentlich mal noch eine Bootloader-Option - Cockpit.
Geht mal das YaST-Kontrollzentrum durch und schaut, was ihr da seht, und wann ihr irgendwas davon das letztemal benutzt habt. Viel bleibt da nicht.
Falls irgendwas fehlt, wofür es keinen vernünftigen Ersatz gibt, sprecht das bitte hier im Forum oder auf den Mailinglisten an. Vielleicht findet sich ja jemand, der sich dafür genug engagiert, damit es auch eine Lösung gibt.
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HuHa (YaST-Entwickler, Myrlyn, QDirStat)