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View Full Version : LEAP 42.3 Starke Performanceprobleme



User9595
16-Aug-2017, 13:42
Hallo,
ich habe gestern nach offizieller Anleitung (https://en.opensuse.org/SDB:System_upgrade) ein Upgrade von 42.2 auf 42.3 gemacht. Alles funktioniert soweit tatellos, allerdings ist die Performance oftmals sehr schlecht. Der CPU ist meistens zu fast 100% ausgelastet. In der Systemüberwachung wird mir zwar die CPU-Auslastung angezeigt, unter "Prozesse" ist allerdings der höchste CPU-Ressourcenverbrauch mit 2% angegeben. Woran kann das liegen? Was kann außer den Prozessen noch CPU-Ressourcen verbrauchen? Ist das etwa schon der Staatstrojaner für Linux? Wenn ja, kann man den wenigstens vorübergehend abstellen, bis sich dessen Performance verbessert hat?

hendwolt
17-Aug-2017, 11:32
Wartet das System evtl. auf die Festplatte?
"top" sollte dann hohe Werte für "wa" anzeigen.

Ansonsten:
Hast Du Intelgrafik? Da gab es ein Problem, das erst seit gestern behoben sein sollte.
Um das zu testen, könntest Du versuchsweise das Paket "drm-kmp-default" deinstallieren.

Hendrik

User9595
18-Aug-2017, 01:48
Wartet das System evtl. auf die Festplatte?
"top" sollte dann hohe Werte für "wa" anzeigen.
Da gehe ich nicht von aus; es handelt sich um eine SSD. Wo kann ich diesen Wert "wa" einsehen?



Ansonsten:
Hast Du Intelgrafik? Da gab es ein Problem, das erst seit gestern behoben sein sollte.
Um das zu testen, könntest Du versuchsweise das Paket "drm-kmp-default" deinstallieren.
Ja, ich nutze die Intel HD Grafik. Beim Prozessor handelt es sich um einen Intel Core i3 4130.
Ich habe gerade nochmal alle Updates installiert und den Rechner neugestartet.
Die Performance ist immer noch schlecht:

https://s4.postimg.org/kx3jxoirx/Bildschirmfoto_von_2017-08-18_10-26-56.png

Das Paket "drm-kmp-default" bezieht sich im wesentlichen nur auf Intel Kabylake (7. Generation) oder? Meine CPU ist aber aus der Haswell Familie (4.Generation).

hendwolt
18-Aug-2017, 11:45
"wa" sieht man, wenn man auf einer Konsole bzw. einem Terminal-Fenster das Proramm "top" startet. Das zeigt oben ein paar Zeilen mit Auslastung von CPU, RAM usw. an und darunter eine Liste der Prozesse, die gerade laufen; soviel wie auf den Bildschirm passt. Alternativ kann ein

vmstat 1
im Sekundentakt die relevanten Werte ausgeben.
Das Problem mit der Intelgrafik hatte ich auch mit meinem i5-2500; insbesondere bei intensiven Festplattenzugriffen.

Hendrik

User9595
19-Aug-2017, 01:52
OK, danke für die Info! Der Wert "wa" liegt bei mir zwischen 0 und 0,5, während die CPU voll ausgelastet ist. Soll ich trotzdem mal das Paket "drm-kmp-default" deinstallieren? Muss ich das dann später wieder manuell installieren? Wofür ist das Paket genau?

Sry, dass ich soviel frage. Ich bin ein interessierter Neuling :)

hendwolt
19-Aug-2017, 10:56
Da ist es nicht die Festplatte. Du solltest aber in der Anzeige der Prozessliste mit "top" auch sehen, welcher Prozess so viel Last macht. Normalerweise ist die top-Ausgabe so sortiert, dass die Prozesse mit der höchsten CPU-Last oben stehen. Es wäre schon spannend zu wissen, was da Last macht.
Das Paket "drm-kmp-default" kannst Du versuchsweise einfach mal deinstallieren (und den Rechner booten). Das Paket beinhaltet neue Treiber für die Intel-Grafik neuerer Prozessoren (Kabylake) aus dem Linux-Kernel 4.9, die die openSUSE-Kernel-Maintainer nicht (auch noch) in den 4.4er Kernel von Leap 42.3 packen wollten. Falls es nichts bringt (Vor- wie Nachteile) brauchst Du es nicht unbedingt wieder zu installieren. Das nächste Kernel-Update zieht es wieder rein. Es hatten schon einige Leute Erfolg damit, dieses Paket zu deinstallieren.

Hendrik

User9595
20-Aug-2017, 05:45
Vielen Dank für die Tipps!
Bevor ich "drm-kmp-default" deinstalliert habe, hab ich nochmal in top nachgeschaut. Der resourcenintensive Prozess heißt systemd-coredum und lastet alle 4 Kerne meiner CPU voll aus. Nach der Deinstallation des "drm-kmp-default" Paketes und einem Neustart ist die CPU Auslastung wieder beim alten. Allerdings meldet sich das System mit einer Warnung, das das Wurzelverzeichnis fast voll sei. Bei einer Analyse stellte sich heraus, dass dort 3,9 GB durch coredump belegt sind. Kann es sein, dass es sich dabei um sowas wie ein Bug-Logging handelt? Wenn ja, wie kann ich die Log-Files löschen um den Speicherplatz wieder freizugeben? Ich habe bereits das tmp Verzeichnis geleert. Leider sind die coredump Dateien immer noch da.

tomm_fa
20-Aug-2017, 08:42
https://linux-club.de/wiki/opensuse/Tipp:_systemd_coredumps_bereinigen

hendwolt
20-Aug-2017, 09:27
Vor dem Bereinigen solltest Du Dir mit coredumpctl anschauen, was da für Programme abgestürzt sind. Dann kann man genauer das Problem einkreisen.

Hendrik

User9595
20-Aug-2017, 10:02
coredumpctl führt in der Ausgabe übermäßig oft /usr/lib/tracker-extract auf.


https://linux-club.de/wiki/opensuse/Tipp:_systemd_coredumps_bereinigen
Das Bereinigen hat bei mir leider nicht geklappt. Ich bin wie folgt vorgegangen:

Anlegen der Datei: touch /etc/tmpfiles.d/custom.conf

Befüllen der Datei mit Inhalt (wie im Tutorial angegeben) mittels nano-Editor: sudo nano /etc/tmpfiles.d/custom.conf

Nach einem Neustart immer noch keine Besserung. Daraufhin habe ich versucht, den Befehl aus der Datei direkt im Terminal auszuführen: d /var/lib/systemd/coredump 0755 root root 1d
Der Befehl d war dabei dem System unbekannt. Was mache ich falsch?

hendwolt
21-Aug-2017, 09:07
Wenn Du nach tracker-extract googelst, wirst Du jede Menge Treffer und meist den Vorschlag finden, die Tracker-Software zu deinstallieren.
z.B.:
https://plus.google.com/+ChristopherGaul/posts/F9ZHwoMi5bv
Es sei denn, Du brauchst die.

Thema Bereinigung: Der Inhalt einer Konfigurationsdatei ist kein ausführbarer Befehl.

Hendrik

User9595
22-Aug-2017, 02:24
Heute morgen hatte ich wieder volle 100% CPU Auslastung. Daraufhin habe ich überprüft, ob sich das Paket "drm-kmp-default" wieder installiert hat. Das war nicht der Fall. Dann habe ich tracker deinstalliert. Seitdem ist die Auslastung wieder normal. Leider habe ich aber auf der Partition meines Wurzelverzeichnisses nur noch ein paar KB Speicherplatz frei.
Gibt es wirklich keine Möglichkeit, die coredump Dateien sofort zu löschen? Der Befehl du -hs /var/lib/systemd/coredump gibt mir 1,6 GB aus. Wenn ich die schon mal wieder frei hätte wäre das Top. Der Weg über die Konfigurationsdatei zeigt bei mir, wie gesagt, keine Wirkung.

hendwolt
22-Aug-2017, 11:28
Und was spricht dagegen, die Dateien in /var/lib/systemd/coredump/ von Hand zu löschen?

Solltest Du für Dein Wurzelverzeichnis btrfs als Dateisystem verwenden, solltest Du Dich mit dem Aufräumen von Snapshots befassen.
In Yast gibt es dafür ein Modul names "Snapper".

Hendrik

User9595
23-Aug-2017, 01:52
Heute hat es endlich geklappt! Ich habe festgestellt, dass alle Dump-Dateien versteckt waren. Daher konnte ich sie weder in nautilus noch mit ls (ohne Argumente) finden. Nun habe ich einfach das ganze coredump Verzeichnis gelöscht und direkt wieder neu angelegt. Läuft :)

Vielen Dank für die geduldige Hilfe!